26.07.2017 / Aktuelles

Perfekt isoliert und erdbebensicher in Chile

Die 1944 im neoklassizistischen Stil errichtete Residenz der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile liegt in einer seismografisch hochaktiven und akut erdbebengefährdeten Zone. Daher wurde das Gebäude bereits 2008 aus Sicherheitsgründen geräumt. Zurecht, denn ein schweres Erdbeben 2010 beschädigte zahlreiche Gebäude in der Sechs-Millionen-Stadt stark. Während der einjährigen Renovierung in 2014/2015 wurde sie mitsamt ihrer, unter Ensembleschutz stehenden Fassade, generalsaniert und erdbebensicher gemacht. (Vgl. Jahrbuch Bau und Raum 2015/16 des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung).
Frontansicht der Residenz der Deutschen Botschaft in ChileBild: © BBR/Christian Hagemann, Berlin

Das Klima in Santiago de Chile ist vergleichbar zum Mittelmeerraum und im Allgemeinen trocken, aber mit schroffen Temperaturwechseln. In den Sommermonaten herrschen hohe Temperaturen vor, während es im Winter kühl werden kann. Hauptaugenmerk bei der Sanierung lag daher, neben der Erdbebenertüchtigung, auf der nachhaltigen Verbesserung der Energiebilanz. Dabei setzten die Planer hauptsächlich auf den Einbau neuer Holzfenster mit geringen Uw-Werten.

Der beauftragte Fensterbauer LIP GmbH wählte Isoliergläser des Herstellers Nowak Glas mit Thermix® warmer bzw. kühler Kante und Wiener Sprossen. Unter Ausnutzung der Nachtabkühlung in Kombination mit Sonnenschutz durch traditionelle Fensterläden konnte so auf eine maschinelle Kühlung des Bauwerks vollständig verzichtet werden.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Übergabetermin unterzog im September 2015 ein Erdbeben der Stärke 8,2 das Gebäude dem Praxistest, den es sicher und unbeschadet überstand.